Gegründet am 15. November 1907 in Witten, begann der Evangelische Presseverband seine Arbeit mit einem klaren Ziel: der evangelischen Stimme in der damaligen Presselandschaft Gewicht zu verleihen. Wenig später wachsen die publizistischen Möglichkeiten: 1911 kommt der „Westdeutsche Lutherverlag“ hinzu, 1918 das Sonntagsblatt „Friede und Freude“.
Die Zeit des Nationalsozialismus wurde für den Verband zur Bewährungsprobe. Mit großer Vorsicht und viel Fingerspitzengefühl versuchte man, Repressalien der Machthaber zu entgehen und dennoch nicht völlig verstummen zu müssen. Nach 1945 öffnete sich wieder ein Fenster der Hoffnung: Der EPWL erhielt früh eine Lizenz der Britischen Militärregierung für das Sonntagsblatt und den Luther-Verlag – ein wichtiges Signal für einen neuen Aufbruch kirchlicher Publizistik. Unter dem neuen Titel „Neue Kirche“, später „Unsere Kirche“, entwickelte sich die Zeitung mitten im Wiederaufbau zu einer Stimme der Hoffnung und des Glaubens, mit beeindruckenden Auflagen.
1973 zog der EPWL in das neu errichtete Medienhaus in Bielefeld-Brackwede. Hier fanden neben Zeitung und Buchverlag auch Filmzentrale, Büchereifachstelle, Öffentlichkeitsarbeit der westfälischen Kirche und sogar ein Tonstudio ihr Zuhause – ein lebendiges Zentrum moderner evangelischer Kommunikation. Strukturanpassungen der folgenden Jahrzehnte führten zur Ausgliederung einzelner Bereiche, doch Kooperationen mit anderen Kirchenzeitungen stärken „Unsere Kirche“ auf einem zunehmend schwierigen Print-Markt.
2015 öffnete der Verband mit der UK-App ein neues Kapitel in der digitalen Welt; das Webportal evangelische-zeitung.de kam hinzu. Heute arbeitet der EPWL in Print und Online eng mit anderen kirchlichen Verlagen zusammen und setzt seine lange Tradition journalistischer Verantwortung in modernen Formen der Kommunikation fort. Der Luther-Verlag wiederum bietet neben seinen Büchern heute auch christliche Geschenke und Werbemittel (komm-Webshop) und veröffentlicht kirchliche Agendenwerke in der „Verlagsgemeinschaft Gottesdienstbuch“.
Im Herbst 2023 begann dann ein neues Kapitel: Der Umzug in die Bielefelder Innenstadt – ein Symbol für die weiter wachsende Verbundenheit mit den Menschen, über die und für die der EPWL seit mehr als einem Jahrhundert berichtet.


